Sprache: “Flüchtlinge” zum Wort des Jahres gekürt – aber mit Seitenhieb

Das meldet Spiegel-Online. Und verzichtet dankenswerterweise nicht darauf, genüßlich aus der Begründung zu zitieren, die die Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfDS) – ein von der deutschen Kultusministerkonferenz und dem Kulturstaatsminister finanzierter Verein – für die getroffene Auswahl anführt:

“Der Rat [der Gesellschaft für Deutsche Sprache] wies zudem darauf hin, dass das Wort sprachlich von Interesse sei, da es mit dem Suffix “-ling” gebildet wird, das “für sprachsensible Ohren tendenziell abschätzig” klinge: Analoge Bildungen wie “Eindringling” oder “Schreiberling” seien negativ konnotiert oder zeichneten sich wie im Fall von “Prüfling” oder “Schützling” durch eine passive Komponente aus.”

Zuvörderst dem Rat der Gesellschaft für Deutsche Sprache mangelt es ganz offenbar nicht nur an Sprachsensibilität – von den Ohren mal ganz zu schweigen -, sondern vor allem auch an Vertrautheit mit der deutschen Sprache: Continue reading

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Obergrenzen für Flüchtlinge – ein Leitfaden

Nachträglich vorangestellt zur Klarstellung: Das hier ist eine Satire, ganz im Sinne von Jonathan Swifts Essay A modest proposal‘  aus dem Jahr 1729!

Die Bundeskanzlerin – soviel ist allgemein bekannt – verweigert sich ja nun beharrlich der Festlegung auf eine “Obergrenze”, das heißt der Nennung einer Zahl für Flüchtlinge, die nach Deutschland dürfen kommen sollen. Das missfällt vielen, die mit derselben Hartnäckigkeit eine solche Obergrenze einfordern wie Angela Merkel sich weigert, das zu tun. Damit hätten wir also einen politischen Dissens. Das kommt häufig vor. So weit, so gut also. Was allerdings nicht gut ist, ist die Tatsache, dass – soweit ich weiß – kein einziger von denen, die hier eine Obergrenze fordern, bislang eine konkrete Zahl genannt hätte. Das finde ich ganz erstaunlich, denn wie sollte man einen solchen Konflikt lösen können, wenn diejenigen, die eine bezifferbare Forderung aufstellen, schon nicht imstande sind, ihre Forderung überhaupt erst zu beziffern? Warum sind sie dazu nicht in der Lage?

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Ein Aufruf – diesmal aber nicht an “die Muslime”

An all diejenigen, die es sich jetzt nicht verkneifen können, “unsere muslimischen Mitbürger” quasi mit vorgehaltener Pistole zu nötigen, sich “laustark” von dem Anschlag in Paris zu distanzieren:

Wer sind denn eigentlich die “muslimischen Mitbürger”, denen Sie nun anlassbezogen und mit großer Dringlichkeit nahelegen, “gegen den Hass aufzustehen, der im Namen ihrer Religion ausgeübt wird”? Schreiben Sie denen Ihre Muslimeigenschaft zu oder dürfen die das selbst entscheiden? Was sagen Sie zu meinem Freund E., der schon lange die deutsche Staatsangehörigkeit hat und kürzlich seinen unaussprechlichen türkischen Nachnamen durch Heirat mit einer Deutschfranzösin abgelegt hat? Was, wenn er das nicht getan und auch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hätte, sondern nur akzentfrei Deutsch sprechen und keine Sozialhilfe beziehen würde? Continue reading

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Wirtschaftsnobelpreisträger Angus Deaton: Einwanderung statt Entwicklungshilfe!

Freie Migration ist das beste Rezept gegen die fürchterliche Armut in großen Teilen der Welt – so lautet das Credo von Angus Deaton, dem diesjährigen Wirtschaftsnobelpreisträger. “Der Freihandel hilft den Armen, aber die Migration hilft ihnen noch viel mehr. Continue reading

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Der Korken und die Flasche? Arbeitsvisa statt Asyl!

Die sogenannte Flüchtlingskrise ist bereits Schnee von gestern, denn nun sind sie ja da, und also ist die Situation klar: Es sind sehr, sehr viele Menschen nach Deutschland gekommen, und es werden in nächster Zeit noch mehr kommen. Was zu tun bleibt, ist allein das effiziente Management von Unterbringung und Versorgung der bis jetzt Gekommenen und derjenigen, die in nächster Zeit noch kommen werden. Das ist eine reine Verwaltungsaufgabe, die selbst bei sehr hohen Flüchtlingszahlen von Deutschland ohne nennenswerte Probleme bewältigt werden kann. Insofern ist Angela Merkels Aussage „Wir schaffen das!“ weder Aufforderung an die Bevölkerung noch Wunschdenken in irgendeiner Form. Die Aussage ist rein deskriptiv zu verstehen, im Sinne von: Die Behörden in Deutschland sind so aufgestellt, dass sie das regeln können und werden.

Die politische – im Unterschied zur verwaltungstechnischen – Frage, die sich stellt, ist auf die fernere, nicht mehr auf die unmittelbare, Zukunft bezogen und lautet: Was muss getan werden, damit Zuwanderung künftig kontrolliert verläuft – oder, um Horst Seehofer zu channeln: Wie bringt man den Korken wieder in die Flasche? Continue reading

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Merkel bei Anne Will – ein Fazit

Die Grenzen werden offen bleiben – weil es keine andere Möglichkeit gibt.

Und ich habe es so verstanden, dass das nicht nur für die Syrer gilt – und solange dort noch Krieg herrscht, sondern auch für die, die aus Afrika kommen (wollen). Merkels Beharren darauf, dass sich die Grenzen nicht dichtmachen lassen (weder die deutschen, noch die europäischen), lässt doch auch eigentlich keinen anderen Schluss zu…Das würde bedeuten, dass der Schwerpunkt jetzt eindeutig auf ein neues Einwanderungsgesetz gelegt wird, das die Erteilung von sehr, sehr vielen – vielleicht zunächst befristeten – Arbeitsvisa gerade auch an geringqualifizierte Drittstaatler erlaubt. Für die derzeitigen Asylantragsteller aus den Balkanstaaten soll das nach Merkels Aussage ja auch schon genauso geschehen. Continue reading

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Grenzenloser Rechtsbruch?

Außer im Wettbewerbsrecht wird der Begriff ‘Rechtsbruch’ von Juristen nicht benutzt – und bis vor kurzer Zeit galt das auch für die Umgangssprache. Erst seit den Maßnahmen der EU zum Umgang mit dem griechischen Finanzdesaster war plötzlich in deutschen Medien immer wieder von ‘Rechtsbruch’ die Rede – womit wahlweise das Verhalten der griechischen Regierung vor gut 15 Jahren (‘Bilanzfälschung’!) gemeint ist oder die heutigen Aussagen von Merkel oder Schäuble. Seit ein paar Wochen aber ist der Vorwurf: Rechtsbruch! omnipräsent – und dabei geht es nicht mehr um die Finanzen Griechenlands. Es geht um die Flüchtlinge. Und der Vorwurf richtet sich, soweit ich das ausmachen kann, vor allem gegen die Bundeskanzlerin, die es – nur durch ‘Rechtsbruch’ – ermöglicht haben soll, dass Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland kommen, weil sie öffentlich gesagt hat, dass Deutschland die Flüchtlinge aufnehmen werde. Mit dieser “Einladung” an Zehntausende in Ungarn gestrandete Menschen soll Angela Merkel irgendwie gegen geltendes Recht verstoßen haben – ‘Rechtsbruch’ klingt natürlich dramatischer und ist wohl auch der Grund, weshalb das Wort jetzt so inflationär verwendet wird. Continue reading

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