Ich brauche keine “Transparenz” beim ADAC

Ich will nicht, dass der ADAC „transparenter“ wird. Wozu sollte das gut sein? Meine Zeit ist mir viel zu wertvoll, als dass ich mich mit dem Innenleben irgendeines Vereins beschäftigen möchte, bei dem ich nur aus einem Grund – und freiwillig – Mitglied bin: Weil er mir für sehr wenig Geld sehr gute Dienste leistet.

 

Dass der ADAC nun verschiedene “Maßnahmen” auf den Weg bringt und bereits einen ehemaligen Verfassungsrichter als Berater verpflichtet hat, weil Politiker und andere Leute „mehr Transparenz“ und „das Ausmisten des Augiasstalls“ oder sogar „die Zerschlagung“ oder den Entzug des Vereinsstatus’ fordern, finde ich schwachsinnig – und sehe schon kommen, dass dann bald der Mitgliedsbeitrag erhöht werden muss.

 „Transparenz“ ist überhaupt eine Sache, die ungeheuer überschätzt wird, weil sie für die meisten Belange in unserem Leben überhaupt keine Bedeutung hat. Und all das, was für mich wichtig ist, ist schon ausreichend „transparent“: Ich weiß, was die Sachen und die Dienstleistungen kosten, die ich kaufen möchte, und ich weiß, wie ich mit meiner Familie und meinen Freunden in Kontakt treten kann, und ich weiß, was meine Auftraggeber und meine anderen Vertragspartner von mir erwarten – weil ich mit denen Verträge gemacht habe. Mehr Transparenz brauche ich nicht – und will sie auch gar nicht, weil ich nämlich dafür einen hohen Preis zahlen müsste: meine Zeit, die ich gerne anders verwende, als mich um irgendwelche Interna von irgendwelchen Institutionen zu kümmern.

 Der Vorteil, in einer relativ liberalen Demokratie im 21. Jahrhundert zu leben, besteht für mich nämlich in erster Linie in Einem: darin, weitgehend in Ruhe gelassen zu werden von allen Leuten, mit denen ich keinen persönlichen Umgang pflegen möchte. Das ist nun leider immer nur eingeschränkt möglich, da einem ja zum Beispiel die Leute von der GEZ auf jeden Fall auf die Pelle rücken. Und deren Interna interessieren mich erst recht nicht. Denn ihnen gegenüber bin ich ohnehin vollkommen machtlos – ganz egal, wie transparent sie auch sein mögen. Dasselbe gilt für alle politischen Institutionen, ob in der Kommune, oder in Berlin oder in Brüssel.

 Der Ruf nach mehr Transparenz beim ADAC kommt also einem Schuss ins eigene Knie gleich. Im schlimmsten Fall wird der Verein quasi verstaatlicht werden, die Posten werden dann mit Politikern oder Ex-Politikern besetzt, und die knapp 20 Millionen Mitglieder können sich jetzt schon darauf freuen, dass der Pannendienst teurer und weniger zuverlässig wird. Aber zum Trost: Dann wird man immerhin bei Bundestagswahlen direkten Einfluss auf die Geschäftsführung des ADAC nehmen können – wie immer er dann auch heißen mag…

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