Bedauerlicherweise noch einmal zu Norbert Röttgen

Ich muss hier -bedauerlicherweise- Norbert Röttgen in Schutz nehmen – und zwar vor der Masse derjenigen Kommentatoren, die offenbar mit der Semantik des Deutschen auf Kriegsfuss stehen.

Also, Röttgen hat folgendes gesagt:

“Bedauerlicherweise entscheidet nicht die CDU darüber, sondern die Wähler entscheiden darüber.”

Bei zwei Hauptsätzen, die, wie hier, durch eine Konjunktion (“sondern”) verbunden sind, besteht grundsätzlich die Vermutung, dass eine adverbiale Bestimmung (“bedauerlicherweise”), die in nur einem der beiden Hauptsätze auftaucht, sich NUR auf das Prädikat (“entscheidet”) desjenigen Hauptsatzes bezieht, in dem sie eben auftaucht. Das heißt, sie bezieht sich NICHT auf das Prädikat des anderen Hauptsatzes. Das dürfte an folgendem Beispiel klar werden:

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Rating-Agenturen – Die Pervertierung einer marktwirtschaftlichen Institution durch den Staat

Den folgenden Vortrag habe ich am Sonntag, den 5.2.2012, an der Theodor-Heuss-Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach gehalten – im Rahmen des Wochenendseminars „Liberale Denker – Philosophische Richtungen des Liberalismus im Vergleich“.

Guten Tag, meine Damen und Herren!

Warum ein Vortrag ausgerechnet zum Thema „Rating-Agenturen“? –Als ich vor ein paar Tagen einer Freundin, die weiß, dass ich über Liberalismus und Ökonomie schreibe, davon erzählte, fragte sie: „‚Rating-Agenturen’? Inwiefern ist denn das interessant? Und sind die nicht überhaupt ganz unwichtig und außerdem viel zu kompliziert?“ Meine Freundin hat recht. Um also gegen Ende eines anstrengenden Seminarwochenendes hier niemanden zu langweilen und weil ich ja flexibel bin, habe ich beschlossen, statt über Rating-Agenturen über etwas von allgemeinerem Interesse –und ebenfalls mit liberalem Bezug!– zu sprechen, nämlich über Jörg Kachelmann! Continue reading

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Der Euro ist niemandem aufgezwungen worden (I)

Es kommt sehr selten vor, dass man Kinder (oder auch Erwachsene) unter Androhung von Gewalt zum Essen von Schokolade zwingt. Warum ist das so? Erstens, weil zuviel Schokolade im Allgemeinen für gesundheitsschädlich gehalten wird und deshalb wohl kaum jemand auf die Idee käme, hier etwa noch ein Gesetz zu machen, das vorschriebe, soundsoviel Schokolade am Tag zu essen (eine Ausnahme könnte nur für die Schokoladenhersteller gelten, die ein solches Gesetz zwar gerne hätten aber sehr wohl wissen, dass angesichts der herrschenden Meinung zum Thema Schokolade jede dahingehende Lobbyarbeit aussichtslos ist). Zweitens, weil Gesetze, die ja immer Zwangscharakter haben, –  also Menschen dazu zwingen, sich anders zu verhalten als sie es ohne die Gewaltandrohung täten –, in der Regel nicht für das gemacht werden, was Leute ohnehin und gerne und freiwillig tun. Continue reading

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Euro-Bonds sind nicht das Problem

Ich verstehe die ganze hektische Aufgeregtheit um die „Euro-Bonds“ überhaupt nicht. Euro-Bonds sind doch nichts weiter als die –nachgeholte– Ausweitung des in Deutschland grundgesetzlich fixierten Länderfinanzausgleichs auf den gesamten Raum der EU. Und der Länderfinanzausgleich wiederum ist nicht anderes als die Ausdehnung des kommunalen Umverteilungsprinzips auf den Nationalstaat. So, wie der Bau der „Elbphilharmonie“ in Hamburg von allen Hamburger Steuerzahlern finanziert werden muss; so, wie die Sandaufschüttungen an der Küste von Sylt von allen Steuerzahlern in Deutschland finanziert werden müssen: So werden jetzt eben auch die Geldvernichtungsorgien von kommunalen und nationalen Politikern außerhalb Deutschlands von allen Steuerzahlern in der EU nachträglich und fortlaufend mitfinanziert. Continue reading

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Ungedeckter Leerverkauf–ein Vertrag wie jeder andere

Was sind ungedeckte Leerverkäufe? Entscheidend ist, was die Vertragsparteien wollen. Nun helfen uns aber juristische und betriebswirtschaftliche und börsliche Kategorisierungen und Begriffe nicht weiter, wenn wir erfassen wollen, was der von den Vertragsparteien gewollte Vertragsgegenstand ist. Die Gemeinsamkeit zwischen zum Beispiel einem Termingeschäft und einem ungedecktem Leerverkauf ist eben, dass der Verkäufer etwas verkauft, was er nicht hat (oder was noch nichtmal existiert) und dass der Käufer das sowohl weiß, als auch will. Und das kann ja nun schonmal kein Betrug sein–was aber von einigen Leuten behauptet wird. Continue reading

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USA: Weshalb die Staatspleite nicht stattfindet

 „Dann machen wir eben ein kleines Bankeröttchen“, sagt kichernd der Bankier Kesselmeyer in den Buddenbrooks.—Nun unterliegt ein Konkurs, im Gegensatz zu dem, was der Bankier mit der Verwendung des Wortes „machen“ anzudeuten scheint, aber nicht etwa der Entscheidung des betroffenen Unternehmers, sondern er ist bloß die öffentliche Erklärung einer objektiv feststellbaren Tatsache, nämlich der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens (im Roman geht es um Bendix Grünlich, den Heiratsschwindler, der mithilfe gefälschter Bilanzen die Heirat mit Tony Buddenbrook erreicht hatte). Continue reading

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Warum der Liberalismus keine Zukunft hat

Eine Freundin von mir lebt in einem Vorort von New York mit 13.000 Einwohnern. Obwohl da alles ruhig ist, weil ein Ableger der Soprano-Familie das Sagen hat, leistet sich die örtliche Polizei ein eigenes SWAT-Team, das auch schon mal jemanden erschossen hat, der allzu auffällig mit der Spritzpistole von seinem Gartenschlauch auf seiner Veranda hantierte. Continue reading

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