Kampf gegen Rum aus Kuba

Man stelle sich mal vor, nur so aus Spaß, man sei Rum-Hersteller in den USA und die Geschäfte liefen nicht mehr so gut, besonders im Export– weil nämlich die Ausländer in der ganzen Welt kubanischen Rum vorziehen. Amerikanern dagegen ist es ja seit 50 Jahren gesetzlich verboten, kubanische Produkte zu kaufen. Diese Kunden bleiben also gezwungenermaßen erhalten. Der Export allerdings schwächelt ganz erheblich. Als schlauer Rumproduzent kommt man da ins Überlegen: Wie kann ich den Export ankurbeln?—Das Beste wäre, wenn in Kuba kein Rum mehr hergestellt würde. Dann würden auch wieder mehr Ausländer meinen Rum kaufen. Das allerdings scheint schwer zu bewerkstelligen bis aussichtslos für mich als amerikanischen Unternehmer zu sein.

 Gibt es eine andere Möglichkeit, mir die störende Konkurrenz vom Leibe zu schaffen?—Wenn man den Konkurrenten nicht direkt behindern kann, könnte man aber vielleicht bei seinen Kunden ansetzen: Wie kann ich es hinkriegen, den kubanischen Rum für seine ausländischen Liebhaber so teuer zu machen, dass sie dann doch lieber meinen kaufen?—Mmh, man müsste den Zahlungsverkehr irgendwie erschweren. Da der Rumimport aus Kuba aber nun, wie ich weiß, hauptsächlich über Online-Shops abgewickelt wird, läuft der größte Teil der Zahlungen an Kuba über das PayPal-System. Und PayPal ist eine hundertprozentige Tochter von ebay, die wiederum eine amerikanische Firma ist. Da müsste doch was zu machen sein… Ich spreche mal mit meinem Kongress-Abgeordneten. Von dem weiß ich doch, dass er es schon geschafft hat, dass nicht bloß PayPal, sondern sogar die Bank of America und Visa und MasterCard alle Zahlungen an Wikileaks auf sein bloßes freundliches Zureden hin umgehend eingestellt haben, und zwar weltweit! Und wenn es schon gerechtfertigt ist, Wikileaks den Saft abzudrehen, dann muss das ja wohl erst recht für kommunistische Produzenten gelten, die wir ja aus eben diesem Grunde seit 50 Jahren mit einem Embargo belegt haben. Es kann doch schließlich nicht angehen, dass die ganze restliche Welt unser Embargo einfach ignoriert und dem kommunistischen Löwen weiter Futter gibt! Natürlich würde das bedeuten, dass sich nicht nur die Rum-, sondern auch die Zigarrenimporteure andere und viel teurere Zahlungswege suchen müssten. Gegen die Zigarrenhändler habe ich ja an sich nichts, obwohl natürlich auch sie das unerträgliche kommunistische Regime unterstützen…Deshalb habe ich denn auch kein Mitleid, wenn all die sozialistischen Zigarrenraucher in Paris und London höhere Preise zahlen müssen!

 Warnung! Diese Geschichte ist eine bloße Phantasie von mir! Allerdings habe ich heftige Anleihen bei diesem Artikel aus der WELT genommen.

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